Urlaub in Vietnam: Hoi An

von Günter Schneider 9. Juli 2016 06:11

Von Hanoi ging es per Inlandsflug zuerst nach Danang und dann weiter im Taxi nach Hoi An, einer Küstenstadt am südchinesischen Meer mit heute rund 75.000 Einwohnern, die einst den größten Hafen Südostasiens besaß und an der (maritimen) Seidenstraße lag. In Hoi An hatten wir ein Zimmer im Resort Anantara gebucht, das direkt am durch die Stadt mäandernden Fluss Thu Bon liegt.  

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Die Stadt wurde im 4. Jahrhundert gegründet und im 16./17. Jahrhundert nach außen geöffnet, woraufhin sich zahlreiche Händlerfamilien aus China und Japan ansiedelten. Es folgten europäische Handelsniederlassungen und viele Inder, Portugiesen, Holländer und Franzosen ließen sich in Hoi An nieder. Als 1644 die chinesische Ming-Dynastie von den mandschurischen Qing gestürzt wurde, flohen zahllose Chinesen nach Südostasien – und viele davon siedelten sich in Hoi An an, sodass die Stadt mehrheitlich chinesisch wurde.

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Mit der zunehmenden Versandung des Hafens verlor Hoi An im 18. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung. Ihrem Niedergang hat die Stadt allerdings den Erhalt des historischen Stadtbildes zu verdanken. Zudem gilt die Altstadt als einzige, die im Vietnamkrieg unversehrt blieb. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines alten südostasiatischen Handelshafens gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem im Stil südchinesischer Kleinstädte, aufweisen.

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Als Wahrzeichen Hoi Ans gilt die 18 Meter lange “Japanische Brücke” (Chua Cau), die seinerzeit das japanische mit dem chinesischen Stadtviertel verband. Die Bauzeit der ersten Variante der später mehrfach zerstörten Brücke erstreckte sich über zwei Jahre von 1593 bis 1595 und wurde wohl von  Kaufleuten einer wohlhabenden japanischen Handelsgilde finanziert. Die heutige Form der Brücke geht auf das Jahr 1763 zurück. Die Holzbrücke überstand die Zeiten trotz mehrfacher Zerstörungen allerdings weitgehend unverändert. Gerne lassen sich heute Brautpaare bei – und auch in einem Boot unter – der Brücke fotografieren.

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Da wir direkt am Fluss Thu Bon wohnten, bot es sich natürlich an, auch einmal eine kleine Bootsfahrt zu unternehmen, die noch dazu direkt von der Anlegestelle unseres Hotels ihren Ausgang nahm. Sehr entspannend – und durchaus interessant die Stadt und ihre Umgebung mal aus etwas anderer Perspektive betrachten zu können.

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In kulinarischer Hinsicht spiegelt sich die Geschichte Hoi Ans, sodass man hier oft auf einen Mix von chinesisch inspirierten vietnamesischen Gerichten – und umgekehrt! – stößt. Dasselbe gilt für europäische Einflüsse – spannend und immer gut! Dazu passt gut ein vietnamesisches Larue-Bier.

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Und dann natürlich nicht zu vergessen: Bhan mi, ein vietnamesische Sandwich, das aus einem Baguette-ähnlichem Brot (gebacken aus einer Mischung von Reis- und Weizenmehl) besteht und mit geröstetem Schweinebauch, eingelegtem Gemüse, Ei, Salat, vietnamesischer Wurst, Tomaten, einer ordentlichen Portion Koriander und vielem mehr gefüllt wird. Als der US-Starkoch und Food-Kritiker Anthony Bourdain Vietnam besuchte, war er auch in Hoi An, wo er von einem ganz bestimmten Bhan mi-Anbieter besonders begeistert war – und genau dorthin pilgerten wir natürlich auch. Und ich kann euch sagen, es rentiert sich: Wohl das beste Sandwich, das ich je hatte, saftig und gleichzeitig knusprig mit anhaltenden Geschmacksexplosionen am Gaumen!

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Ein ganz besonderes Highlight war unser Ausflug ans Meer – im Taxi keine 20 Minuten. Da ich eigentlich keine besonders hohe Erwartung an die Strände Vietnams hatte, war ich dann (trotz Wolken und recht starkem Wind) umso mehr überrascht: super Sandstrand, sauberes Wasser – und natürlich wie immer und überall in Vietnam wunderbar freundliche und zuvorkommende Menschen!

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Ein wirklich toller Urlaub – Vietnam (und Vietnam Airlines): jederzeit gerne wieder!!!!

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