Weihnachten daheim

von Günter Schneider 21. August 2016 04:10

Im Dezember weihnachtete es auch in Beijing schon sehr: Meine Bürotür wurde wie bereits in den Jahren zuvor mit einem prächtigen Adventskranz versehen, und die Firma lud alle Mitarbeiter – samt Begleitung – zu einer Aufführung von “Der Nussknacker”, getanzt vom Staatsballett der Ukraine.

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Es war also an der Zeit, nach längerer Zeit mal wieder einen Flug in Heimat zu buchen, um zuerst ein paar Urlaubstage in Wien und danach Weihnachten im Ländle zu verbringen. Wien war wie immer wunderschön illuminiert, und Glühwein, Kaffee, Schnitzel und Tafelspitz schmeckten wie eh und je. Und genau das ist wohl auch das Schöne an Österreich, wenn man im Ausland lebt: Man kann sich darauf verlassen, dass sich in der Zwischenzeit kaum was verändert wird…  

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Neu für mich war hingegen ein Besuch im “Steirereck” im Wiener Stadtpark, dem wohl besten Restaurant Österreichs – und ich muss sagen, meine Erwartungen wurden noch deutlich übertroffen: für mich ganz bestimmt eines DER Top-Lokale weltweit mit toller innovativer Karte, alle Gerichte spannend und perfekt ausgeführt und natürlich mit lupenreinem Service. 

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Ein weiteres Highlight war dann mit ein wenig Kultur verbunden, da ich Tianyan immer in eines der zahlreichen Wiener Museen schleppe. Diesmal stand einer meiner Favoriten am Programm, und zwar das Leopold-Museum (mit der größten und bedeutendsten Egon Schiele-Sammlung der Welt, die der Augenarzt Dr. Leopold und seine Frau in Jahrzehnten zusammengetragen haben). Dieses Museum befindet sich im Museumsquartier, wo wir bei den Punsch-Hütten im Innenhof natürlich auch den einen oder anderen Weihnachtspunsch konsumierten.

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Ganz besonders freute ich mich darauf, wieder mal meinen Freund Bueli und seine Frau Katia zu sehen, die mit uns einen Ausflug nach Langenlois in die Weinerlebniswelt Loisium machten, da Zotters Schokolademanufaktur in Riegersburg leider geschlossen hatte.

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Danach ging’s noch auf einen letzten Punsch aufs Dach des (neuen!) Hotels Ritz-Carlton an der Wiener Ringstraße, von wo aus wir einen sensationellen Blick auf das weihnachtliche Wien genießen durften. Wie immer: schön war’s in meiner zweiten (oder dritten?) Heimat Wien! 

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Von Wien aus ging es dann mit der Peoples-Fluglinie nach Altenrhein, wo wir von meinen Eltern sowie der Familie meiner Schwester abgeholt wurden, um Weihnachten in Vorarlberg zu feiern.

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Einmal mehr fand Weihnachten bei frühlingshaften Temperaturen statt, sodass von Schnee und weißen Weihnachten nicht die Spur zu sehen war. Aber gerade richtig für einen Spaziergang oder Radausflug ins Fußacher Ried bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und (nicht nur für Pekinger Verhältnisse) mit geradezu unverschämt gesunder Luft.

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Daran sollte sich auch in den nächsten Tagen nichts ändern, egal ob (beim Kirchgang) in Bregenz oder (beim Spaziergang und Restaurantbesuch) oberhalb von Hohenems: überall und jeden Tag wunderbares Frühlingswetter! 

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Natürlich war der Besuch wie immer viel zu kurz – aber da wir bereits Ende August schreiben, sind es nur noch ein paar Wochen, bis wir wieder mal ein wenig Laendle-Luft schnuppern werden, um den Geburtstag meiner Mutter zu feiern! Wieder zurück in Peking freuten wir uns aber schon sehr auf gutes chinesisches Essen – und was passt da besser (noch dazu im Pekinger Winter) als ein feurig-scharfer Hot Pot in einem Restaurant bei uns in der Wohnanlage – ebenfalls samt weihnachtlicher Dekoration!

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Als Gastgeber in Peking

von Günter Schneider 7. August 2016 02:51

Wieder zurück in Peking genossen wir noch ein letztes Wochenende, an dem das Wetter einen Sonntagsbrunch auf einer Terrasse im Sanlitun Village, also gleich in Gehweite unserer Wohnung, zuließ.

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Aber schon darauf sollte der erste Wintereinbruch einen frühen Schnee nach Peking bringen – wie sich später herausstellen sollte, war dies dann aber der einzige Schneefall des gesamten Winters!

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Den Lamas, die vor einem Einkaufszentrum Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen gefielen, war dies wohl egal.

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Kurz davor war ich Gastgeber einer Konferenz meiner Kollegen aus der Zentrale sowie aus den anderen Regionen. Da das natürlich mit recht viel zusätzlicher Arbeit verbunden ist, habe ich das in den letzten Jahren stets vermieden. Auf der anderen Seite freute ich mich darauf, Kollegen aus aller Welt “mein” Peking zu zeigen, da doch der eine oder andere noch nie zuvor in China war und – wie so oft! - völlig falsche Vorstellungen von China bzw. Peking hatte.

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Für das eigentliche Meeting buchte ich das relativ neue Four Seasons Hotel – gute Lage, hervorragendes Essen und perfekter Service. Zum Dinner waren wir dann zunächst im berühmten Restaurant Da Dong – wo sich bereits unser ehemaliger Präsident Heinz Fischer für die Ehrengalerie ablichten ließ. Star des Abends war dort natürlich die Peking Ente, aber auch sonst gab es so viele verschiedene Gerichte, dass kein Auge trocken und ganz bestimmt kein Magen leer blieb.

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Für den zweiten Abend wählte ich Copper, die Event-Location des Temple Restaurant Beijing, wo feine westliche Küche serviert wurde. Das Ganze hatte aber dennoch eine ganz klar chinesische Note, da sich das Lokal einerseits inmitten den Gassengewirr der für Peking so typischen Hutongs (gibt es nur hier und nirgendwo sonst auf der Welt!) befindet. Andererseits buchte ich zur Unterhaltung meiner – meist männlichen – Kollegen eine chinesische Mädchentruppe, die uns auf traditionellen chinesischen Instrumenten für die Dauer des Dinners unterhielt.

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Nach dem offiziellen Ende der Konferenz organisierte ich dann noch einen Abend mit meinen ganz speziellen Freunden: Rodrigo aus Brasilien, Laurent aus Frankreich, Dmitry aus Russland, Noboyuki-san aus Japan, David aus Mexiko und Sukhi aus Indien. Zu diesem Anlass gönnten wir uns zunächst einen leckeren Hot Pot – quasi chinesisches Fondue –, um danach gleich gegenüber die ausgesprochen amüsante Bar (“Mei”) des Rosewood Hotels aufzusuchen.

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Dort gibt es täglich bis in frühen Morgenstunden Live-Musik der tollen Haus-Band, hervorragende Cocktails - und natürlich zahlreiche Möglichkeiten zum interkulturellen Austausch. Dmitry ist ein Künstler in der Zubereitung (und Konsumation!) von Sambuca, David begeisterte die chinesischen Mädchen mit seinem Salsa-Hüftschwung, Sukhi mit seinem Turban ist sowieso ein Star – und Noboyuki-san sprach an diesem einen Abend wohl mehr als in all den Jahren zuvor zusammen. Naja, zumindest solange er noch sprechen konnte..

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Ein unvergesslicher Abend und der perfekte Abschluss einer lustigen Woche als Gastgeber in Peking!

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Sonnige Herbsttage in Hong Kong

von Günter Schneider 6. August 2016 03:07

Mitte Oktober war Peking dann bereits doch einigermaßen kühl, sodass mir eine Geschäftsreise nach Hong Kong, an die Südspitze Chinas, gerade recht kam! Dort war es um diese Zeit nämlich immer noch (hoch)sommerlich warm – versteht sich von selbst, dass wir das Wochenende gleich noch für einen Kurzurlaub am Pool des Hotels nutzten. Schon cool: mit einem leckeren Cocktail und umgeben von Wolkenkratzern in der dichtbesiedelten Stadt der Welt – so lässt es sich leben!

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Aber zum Leben – und zu Hong Kong ganz besonders! – gehört natürlich auch leckeres Essen. Davon gibt es in der 7-Millionen-Stadt Hong Kong die gesamte Bandbreite von Street Food über lärmende (aber vielleicht gerade deswegen sehr gemütliche) Gaststuben bis hin zu einer Ansammlung mehrerer mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Gourmet-Tempel. Wer mich kennt, weiß, dass wir nichts davon ausließen.

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Ein erster kulinarischer Höhepunkt bot das weltweit einzige mit der maximalen Anzahl von 3 Michelin-Sternen ausgezeichnete chinesische Restaurant, wo dementsprechend natürlich alles perfekt war.

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Da das Lokal ganz in der Nähe der Anlegestelle der berühmten Fähre war, die bereits im ersten Kapitel des Romans “Suzie Wong” eine wichtige Rolle spielt und Hong Kong Island mit der Nachbarinsel Kowloon verbindet, nutzten wir dies für eine romantische Bootsfahrt bei Nacht.

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In Kowloon machten wir dann einen gemütlichen Spaziergang entlang der Uferpromenade, vorbei am alten Leuchtturm, dem Opernhaus sowie einer Fülle lokaler Straßenmusiker, die für tolle Stimmung sorgten.

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Am nächsten Tag hatten wir eine Reservierung zum Mittagessen im 2-Sterne-Lokal Amber im Mandarin Oriental Hotel – einem französischen Top-Restaurant, das – wie sich herausstellen sollte – zu den absolut besten Lokalen zählt, in denen ich jemals war. Eine absolute Empfehlung: wunderbar innovatives Essen, perfekter Service, tolles Ambiente! Aber seht doch einfach selbst, hier ein kleiner Ausschnitt unserer Speisenfolge…

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Frisch gestärkt ging es von dort zur 1888 in Betrieb genommenen Zahnradbahn, die mit einer extremen Steigung auf den Victoria Peak führt, von dessen Gipfel man eine atemberaubende Aussicht auf die ganze Stadt hat.

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Nicht nur ob seiner Aussicht war der Peak lange Zeit nur den reichen englischen Kolonialherren zugänglich, Chinesen durften sich hier erst nach dem 2. Weltkrieg ansiedeln.

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Zum Abschluss stand dann noch klassische kantonesische Küche mit den Spezialitäten Hong Kongs am Programm: leckere Dim Sum, Wonton Suppe, gebratene Nudeln und gefüllte Teigtaschen.

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Hong Kong ist und bleibt eine faszinierende Stadt, obwohl ich inzwischen wohl schon bald 10x dort war. Aber egal, macht immer wieder Spaß! Und mitunter stößt man dabei sogar auf (fast) Österreichisches…

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Aber am allerbesten gefallen hätte mir dieser süße Zwerg!! Aber man sagt bekanntlich, man könne nicht alles haben. Na, mal sehen…

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Tennis

von Günter Schneider 31. Juli 2016 02:24

In wenigen Tagen beginnen die Olympischen Spiele in Rio – der folgende Blog-Beitrag passt daher gut zum sportlichen Thema, auch wenn inzwischen wieder einige Monate vergangen sind…

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Wieder zurück aus Vietnam – nunmehr schon fast Mitte Oktober – war es in Peking tagsüber noch immer schön warm, aber abends wurde es dann doch bereits herbstlich kühl. Nach der tollen Leichtathletik-WM (nachzulesen hier im Blog!) freute ich mich jedoch bereits auf den nächsten sportlichen Höhepunkt, der gleichzeitig für mich wieder eine Premiere bedeutete: der Besuch der China Open, ein seit 2004 einmal im Jahr ausgetragenes Tennisturnier der Spitzenklasse – inzwischen eines der wichtigsten der Welt.

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Wir hatten uns Karten besorgt für das Semifinale der Herren – mit der Nummer 1 der Welt Novak Djokovic! – sowie das Finale des Damen-Doppels mit Martina Hingis (die wohl schon in der Weltspitze spielte, als ich noch daheim im Ländle wohnte!) und ihrer indischen Partnerin gegen zwei Schwestern aus Taiwan, die also fast so etwas wie Heimvorteil hatten und auch dementsprechend vom Publikum mit 加油 angefeuert wurden, was übersetzt soviel wie “Gib Öl” heißt – ein Anfeuerungsruf, zu dem mir momentan keine deutschsprachige Entsprechung einfällt.

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Gewonnen haben dennoch die Schweizerin Martina Hingis und ihre Partnerin bzw. Novak Djokovic, der schließlich auch das Finalspiel am nächsten Tag gewinnen sollte.

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Die Arena ist perfekt für derartige Sportveranstaltungen, da man praktisch von jedem Sitz aus eine optimale Sicht auf den Spielverlauf hat. Da die Halle allerdings oben offen ist (wobei ich annehme, dass das Dach im Winter oder bei starkem Regen geschlossen wird), wurde es im Laufe der Nacht dann doch empfindlich kalt, sodass ich froh war, in weiser Voraussicht, einen Schal mitgebracht zu haben…

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Aber ungeachtet dessen: ein weiterer toller Abend in der wunderbaren Stadt Beijing, den ich um nichts missen wollte!

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Urlaub in Vietnam: Hoi An

von Günter Schneider 9. Juli 2016 06:11

Von Hanoi ging es per Inlandsflug zuerst nach Danang und dann weiter im Taxi nach Hoi An, einer Küstenstadt am südchinesischen Meer mit heute rund 75.000 Einwohnern, die einst den größten Hafen Südostasiens besaß und an der (maritimen) Seidenstraße lag. In Hoi An hatten wir ein Zimmer im Resort Anantara gebucht, das direkt am durch die Stadt mäandernden Fluss Thu Bon liegt.  

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Die Stadt wurde im 4. Jahrhundert gegründet und im 16./17. Jahrhundert nach außen geöffnet, woraufhin sich zahlreiche Händlerfamilien aus China und Japan ansiedelten. Es folgten europäische Handelsniederlassungen und viele Inder, Portugiesen, Holländer und Franzosen ließen sich in Hoi An nieder. Als 1644 die chinesische Ming-Dynastie von den mandschurischen Qing gestürzt wurde, flohen zahllose Chinesen nach Südostasien – und viele davon siedelten sich in Hoi An an, sodass die Stadt mehrheitlich chinesisch wurde.

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Mit der zunehmenden Versandung des Hafens verlor Hoi An im 18. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung. Ihrem Niedergang hat die Stadt allerdings den Erhalt des historischen Stadtbildes zu verdanken. Zudem gilt die Altstadt als einzige, die im Vietnamkrieg unversehrt blieb. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines alten südostasiatischen Handelshafens gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem im Stil südchinesischer Kleinstädte, aufweisen.

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Als Wahrzeichen Hoi Ans gilt die 18 Meter lange “Japanische Brücke” (Chua Cau), die seinerzeit das japanische mit dem chinesischen Stadtviertel verband. Die Bauzeit der ersten Variante der später mehrfach zerstörten Brücke erstreckte sich über zwei Jahre von 1593 bis 1595 und wurde wohl von  Kaufleuten einer wohlhabenden japanischen Handelsgilde finanziert. Die heutige Form der Brücke geht auf das Jahr 1763 zurück. Die Holzbrücke überstand die Zeiten trotz mehrfacher Zerstörungen allerdings weitgehend unverändert. Gerne lassen sich heute Brautpaare bei – und auch in einem Boot unter – der Brücke fotografieren.

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Da wir direkt am Fluss Thu Bon wohnten, bot es sich natürlich an, auch einmal eine kleine Bootsfahrt zu unternehmen, die noch dazu direkt von der Anlegestelle unseres Hotels ihren Ausgang nahm. Sehr entspannend – und durchaus interessant die Stadt und ihre Umgebung mal aus etwas anderer Perspektive betrachten zu können.

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In kulinarischer Hinsicht spiegelt sich die Geschichte Hoi Ans, sodass man hier oft auf einen Mix von chinesisch inspirierten vietnamesischen Gerichten – und umgekehrt! – stößt. Dasselbe gilt für europäische Einflüsse – spannend und immer gut! Dazu passt gut ein vietnamesisches Larue-Bier.

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Und dann natürlich nicht zu vergessen: Bhan mi, ein vietnamesische Sandwich, das aus einem Baguette-ähnlichem Brot (gebacken aus einer Mischung von Reis- und Weizenmehl) besteht und mit geröstetem Schweinebauch, eingelegtem Gemüse, Ei, Salat, vietnamesischer Wurst, Tomaten, einer ordentlichen Portion Koriander und vielem mehr gefüllt wird. Als der US-Starkoch und Food-Kritiker Anthony Bourdain Vietnam besuchte, war er auch in Hoi An, wo er von einem ganz bestimmten Bhan mi-Anbieter besonders begeistert war – und genau dorthin pilgerten wir natürlich auch. Und ich kann euch sagen, es rentiert sich: Wohl das beste Sandwich, das ich je hatte, saftig und gleichzeitig knusprig mit anhaltenden Geschmacksexplosionen am Gaumen!

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Ein ganz besonderes Highlight war unser Ausflug ans Meer – im Taxi keine 20 Minuten. Da ich eigentlich keine besonders hohe Erwartung an die Strände Vietnams hatte, war ich dann (trotz Wolken und recht starkem Wind) umso mehr überrascht: super Sandstrand, sauberes Wasser – und natürlich wie immer und überall in Vietnam wunderbar freundliche und zuvorkommende Menschen!

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Ein wirklich toller Urlaub – Vietnam (und Vietnam Airlines): jederzeit gerne wieder!!!!

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Urlaub in Vietnam: Hanoi

von Günter Schneider 2. Juli 2016 03:35

Vergangenen Herbst nutzten wir das Mid-Autumn Festival Ende September sowie die National Holidays in der ersten Oktoberwoche wieder einmal für ein paar Tage Urlaub in Asien. Und da ich dort schon längst einmal hin wollte, fiel die Entscheidung diesmal auf Vietnam – um genau zu sein erst ein paar Tage in Hanoi, dem “Paris des Ostens”, und danach noch weiter südlich nach Hoi An. Aber der Reihe nach! 

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Die Einreise nach Vietnam, eines der wenigen verbleibenden, zumindest offiziell kommunistischen Länder der Welt, gestaltete sich ausgesprochen unkompliziert, da das erforderliche Visum einfach bei der Einreise gelöst wird. Interessant war allerdings, dass es dabei für Tianyan einen etwas anderen Prozess gab, da sich Vietnam weigert, in einen chinesischen Pass das Visum zu stempeln. Dieser zeigt nämlich eine Landkarte Chinas, mit der Vietnam – aufgrund einer Insel-Konflikte – nicht zu 100% einverstanden ist. 

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In Hanoi, mit über 7 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Vietnams und die älteste (seit dem Jahr 1010) noch bestehende Hauptstadt Südostasiens, fiel unsere Wahl auf das Sofitel Legend Metropole Hanoi, einem 1901 im französischen Kolonialstil eröffneten 5-Sterne-Hotel - sicherlich eines der allerbesten Hotels, in denen ich je gewohnt habe!

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Angefangen bei der Begrüßung auf französisch, dem wunderbar aufmerksamen Personal, dem tollen französisch-vietnamesischen Frühstück (bei dem Champagner natürlich nicht fehlen durfte) bis zu den leckeren Cocktails am Pool war alles einfach perfekt. Das Gebäude selbst atmet an jeder Ecke Geschichte pur: so verbrachte dort Charles Chaplin seine Flitterwochen mit Paulette Goddard, Graham Greene und Somerset Maugham schrieben im Hotel jeweils einen ihrer berühmten Romane und eine lange Liste an Königen und Präsidenten genossen dort so wie wir mehrere Nächte.

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Während des Vietnam-Krieges verfügte das Hotel über einen eigenen Bunker für seine Gäste, der bei Renovierungsarbeiten nach der Übernahme durch die französische Sofitel-Gruppe wieder entdeckt wurde. Dieser Bunker kann heute als Höhepunkt einer sehr gut gemachten Führung durch das Haus besichtigt werden. 1972 nahmen dort unter anderem auch Jane Fonda sowie die amerikanische Sängerin Joan Baez Zuflucht, die damals auch ihren Song “Where are you now, my son? “ aufnahm – mit einem Luftangriff der amerikanischen Streitkräfte im Hintergrund… Von ihr stammt übrigens auch das Gemälde am Foto links.

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Hanoi ist aber natürlich nicht nur kolonialer Luxus – sondern vor allem Street Food, das um nur wenig Geld für echte Geschmacksexplosionen am Gaumen sorgt!

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Überhaupt spielt sich das Leben in Hanoi auf und an den Straßen ab, wo es vor Mofas und Mopeds nur so wimmelt.

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Das Überqueren einer Straße erscheint dabei oft unmöglich – aber irgendwie geht sich dann doch immer alles aus. Denn Hanoi erscheint zwar auf den ersten Blick etwas hektisch, ist aber in Wirklichkeit eine sehr entspannte Stadt, die ihren ganz eigenen Rhythmus hat. Ganz nach meinem Geschmack!

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Insbesondere abends füllen sich die Straßen. Da offenbar die wenigsten Wohnungen klimatisiert sind  - und vielleicht nicht einmal über einen Fernseher verfügen? – sitzen alle Menschen draußen auf winzig kleinen Plastiksesseln, um gemeinsam zu essen, trinken, singen und lachen. Eine tolle Atmosphäre – könnte mir gut vorstellen, dort mal eine Zeit lang zu leben.

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Vietnamesisches Bier schmeckt erfrischend leicht und passt hervorragend zum Essen dazu. Unbedingt probieren sollte man auch Vietnamese Coffee, insbesondere in der eisgekühlten Variante: Dabei handelt es sich um starken schwarzen Kaffee mit viel Eis, der im Glas serviert wird. Am Boden des Glases befindet sich eine etwa 1 cm dicke Schicht süßer Kondensmilch, die je nach Geschmack in den Kaffee gerührt wird. Bei mir verging in Vietnam kein Tag, ohne dass ich davon gleich mehrere Portionen hatte. So gut!!

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Neben hervorragendem Street Food gibt selbstverständlich auch zahlreiche Gelegenheit für Fine Dining – auch gut (und noch immer im Vergleich spottbillig).

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An klassischen Sehenswürdigkeiten hat Hanoi auch einiges zu bieten. An sich schon ein Erlebnis ist die Altstadt mit ihren vielen kleinen Gassen, wo es an jeder Ecke was Neues zu erleben bzw. probieren gibt. Auch toll ist ein Spaziergang um den Hoan-Kiem-See, was so viel wie “See des zurückgebenen Schwertes” heißt.

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Anfang des 15. Jahrhunderts, während der chinesischen Besatzung, übergab der Sage nach eine riesige, im See lebende, goldene Schildkröte dem armen Fischer Le Loi ein magisches Schwert, welches ihn unbesiegbar machte. Er benutzte das Zauberschwert, um in einem erbitterten Kampf (1418–1428) die Truppen der Ming-Dynastie vernichtend zu schlagen, und wurde im Jahre 1428 König. Nach der Siegesparade begab sich der junge König zum See, um den Göttern zu danken. Da tauchte die goldene Schildkröte erneut auf und forderte das Schwert zurück. Bevor Le Loi sich entscheiden konnte, löste sich plötzlich das Schwert aus der Scheide, stieg zum Himmel empor und verwandelte sich in einen großen Drachen, der über dem See schwebte und dann in die Tiefe stürzte.

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Aus Dankbarkeit und zur Erinnerung an dieses Ereignis ließ Le Loi auf einer kleinen Insel in der Mitte des Sees den dreistöckigen Schildkröten–Turm errichten, der bis heute das Wahrzeichen Hanois ist.

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1968 wurde tatsächlich eine 2,10 m lange und 250 kg schwere Schildkröte aus dem See geborgen, welche etwa 400 Jahre alt gewesen sein soll. Sie ist präpariert in einem Glaskasten im Jadeberg–Tempel ausgestellt.

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Der Jadeberg-Tempel befindet sich auf einer kleinen Insel, auf die die The-Huc-Brücke führt. Der Tempel hat alle Attribute eines chinesischen Tempels, was einigermaßen erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass damit ja gerade der Sieg über die chinesische Ming-Dynastie gefeiert werden sollte. Aber offenbar gelang es Vietnam zwar, seine staatliche Unabhängigkeit zu erhalten (diese sollte erst später an die Franzosen verloren gehen), aber der kulturellen Hegemonie Chinas konnten sie sich nicht entziehen.

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Die älteste Kirche Hanois ist die von den Franzosen 1886 im Stile der Pariser Notre Dame errichtete Kathedrale St. Joseph. Nach der Übernahme Nordvietnams durch die Kommunisten wurde die Kirche enteignet und für Jahrzehnte geschlossen. Erst seit Weihnachten 1990 sind hier wieder Messen für die etwa vier Millionen Katholiken Vietnams erlaubt.

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Nach ein paar wunderbaren (und sehr heißen) Tagen in Hanoi machten wir uns per Taxi wieder auf den Weg zum Flughafen, um von dort einen Inlandsflug nach Danang zu besteigen, das weiter südlich an der Küste liegt – etwa auf halbem Weg zwischen Hanoi und Ho Chi Minh City, dem alten Saigon. Um zum Flughafen zu gelangen, überquert man die eindrucksvolle Chuong Duong Brücke, die vor allem nach Einbruch der Dunkelheit von zahlreichen verliebten Pärchen auf ihren Rollern für ein bisschen Romantik aufgesucht wird…

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Auch etwas, das man in China so nicht sieht: Während in China noch immer viele Mädchen einen Sonnenschirm verwenden, um die Haut möglichst blass zu erhalten, wird in Hanoi einfach der gesamte Oberkörper – inklusive Gesicht und Hände – verhüllt. Wie auch immer, wenn’s hilft?!?

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Live Musik

von Günter Schneider 25. Juni 2016 11:45

Angesichts der Tatsache, dass ich Tianyan im Yu Gong Yi Shan, einem auf Underground-Konzerte mittlerer Größe spezialisierten Veranstaltungslokal innerhalb des 2. Ringes, kennenlernte, gehen wir leider recht selten auf Konzerte, da ich sie nur schwer dazu überreden kann. Meist ist es ihr zu laut, zu dreckig, zu verraucht – und mit den sanitären Anlagen ist sie auch nicht zufrieden. Nun das mag ja alles stimmen – abgesehen vom Rauch, da seit rund 2 Jahren in Peking generelles Rauchverbot herrscht, also nicht nur in Restaurants, sondern auch in Bar, Nachtklubs und eben auch auf Konzerten! Aber ich sehe mir nun mal gerne junge lokale Bands an, noch dazu jene, die auf Chinesisch (bzw. einem der chinesischen Dialekte) singen, da Englisch ohnedies nur selten akzentfrei gelingt...

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Für eine Stadt dieser Größe gibt es in Peking leider recht wenige Lokale mit Live-Musik (es sei denn, man zählt die Fülle an Bars rings um den Houhai-See hinzu, in denen jeden Abend junge Leute für sehr wenig Geld und oft nur mit einer Gitarre ausgerüstet ihre Qualitäten als Singer-Songwriter zum Besten geben). Neben dem erwähnten Yu Gong Yi Shan, das es bereits seit einigen Jahren gibt, wären da noch der Dusk Dawn Club (DDC), die School Bar, das Jianghu sowie die Temple-Bar im Stadtteil Gulou zu erwähnen. Andere Clubs wie das Mako Live House, in dem ich mich einst über ein sensationell gutes 2-Tage Festival der mongolischen Musik freuen durfte, gibt es leider nicht mehr.

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Dasselbe Schicksal ereilte heuer meinen persönlichen Favoriten für chinesische Rock-Musik, das beinahe gleich lautende Mao Live House, das jahrelang für tolle Konzerte in der Gulou Dong Da Jie sorgte. Ein Club mit der perfekten Größe – nicht zu groß, nicht zu klein –, hervorragender Sound-Anlage, kaltem Bier und guter Stimmung. Daher ließ ich es mir vergangenen September nicht entgehen, als unter dem Motto “Rock Girls!” ein Abend mit diversen chinesischen Girl-Bands am Programm stand. Ein Genuss für das Ohr und das Auge!

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Doch leider ist das Mao Live House nun Geschichte und die Live-Musik-Szene in Beijing um einen wichtigen Player ärmer. Aber egal, sperrt eines zu, macht sicher bald wieder etwas Neues auf!

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Auch Live-Musik, allerdings etwas anderer Art, gibt es täglich in diversen Hotel-Bars wie zum Beispiel im Xiu (Park Hyatt) oder seit letztem Jahr auch in der Mei-Bar im Rosewood Hotel. Diese Bars engagieren jeweils für ein paar Monate eine Band, die dann jeden Abend für Stimmung sorgen soll, was auch meistens ganz gut klappt. Ach ja, die Drinks schmecken dort auch ganz gut…

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Seit kurzem gibt es aber auch täglich Live-Musik quasi direkt vor unserer Haustür, und zwar entlang der Gong Ti Bei Lu zwischen unserer Wohnanlage Sanlitun SOHO und der Taikoo Li Shopping-Mall. 
Jeden Abend spielen dort nun mehrere Bands in der Hoffnung, ein paar Spenden zu bekommen, was wohl auch ganz gut funktioniert. Meine Favoriten sind ein junges Duo, wobei vor allem das Mädchen mit ihrer dunklen Stimme begeistert. Eine echte Bereicherung für unser Viertel!

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Dazu gehören bald auch das neue Intercontinental Hotel sowie die Topwin-Mall, die erst vor kurzem gleich neben uns – publikumswirksam mit “Mädchen am Stiel” – aufgesperrt haben.

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Photo Shanghai

von Günter Schneider 19. Juni 2016 04:01

Im September waren wir mit deutschen Freunden, die gleichfalls in Peking leben, für ein verlängertes Wochenende in Shanghai, um unter anderem die Photo Shanghai zu besuchen, die größte nur der Fotokunst gewidmete Messe bzw. Ausstellung Asiens.

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Ausstellungsort war der ehemaligen russische Kulturpalast in Shanghai, der nunmehr als Kunst- und Kulturzentrum genutzt wird – ein an sich schon beeindruckendes Gebäude, sowohl was die Fassade als auch die Innenarchitektur der Anlage betrifft.

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Robert selbst ist begeisterter Fotograf und gemeinsam mit seiner Frau ist er auch als Kunstsammler aktiv, sodass sich in ihrer wirklich großen Wohnung kaum mehr ein freier Platz findet, der nicht mit einem Bild oder einer Fotografie versehen ist. Dennoch konnten sich die beiden auch dieses Mal nicht zurückhalten und wurden rasch wieder fündig.

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Aber auch uns gefiel die Ausstellung ganz ausgezeichnet – egal, ob beim Betrachten der Fotos, bei Diskussionsrunden mit international gefragten Fotografen (darunter Roberts großem Idol, einem Holländer, dessen Namen mir leider entfallen ist) oder auch beim Beobachten der anderen Besucher.

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Abends gingen wir dann natürlich immer toll in Shanghai essen. Zuerst in einer Bar, die gleichzeitig auch als Restaurant fungiert – The Nest – und am zweiten Abend dann ins Mercato, direkt am berühmten Flussufer “The Bund” gelegen.

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Von dort war es nicht weit zur Bar Rouge, um bei toller Musik, leckeren Cocktails und vor allem auf einer Terrasse mit einfach unschlagbarer Aussicht das Wochenende ausklingen zu lassen. Schön war's!

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Die große Militärparade

von Günter Schneider 29. Mai 2016 03:19

Im Laufe der Amtszeit eines jeden chinesischen Präsidenten – beginnend mit dem “Großen Vorsitzenden” Mao Zedong – fand bisher mindestens einmal eine große Militärparade statt, die jeweils am Tiananmen Platz vor der Verbotenen Stadt ihren Anfang nimmt und dann entlang der Prachtstraße Chang’An verläuft.

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Auch der jetzige Präsident Xi Jinping machte davon keine Ausnahme – ganz im Gegenteil: So wurde zu diesem Zweck eigens ein neuer Feiertag – oder eigentlich drei Feiertage von Donnerstag, 3. September, bis Samstag, 5. September 2015 (mit Sonntag dann als normalem Arbeitstag) – eingeführt. Zum Anlass der Parade wurde das Ende des Zweiten Weltkriegs und die “Niederschlagung der Japanischen Aggression durch den chinesischen Befreiungskampf” vor 70 Jahren genommen.

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Um sicherzustellen, dass es bei der Parade, an der 12.000 Soldaten der verschiedenen Einheiten, 200 Kampfflugzeuge und 500 Panzer, Amphibienfahrzeuge und Raketentransporter teilnahmen und zu der sich mehr als 30 Staats- und Regierungschefs – allerdings kein einziger aus dem Westen – angemeldet hatten, auch wirklich keinerlei Probleme geben sollte, wurde nicht nur der genaue Ablauf minutiös geplant, sondern auch eine Woche zuvor bereits geprobt. Zu diesem Zweck wurde das gesamte Areal großflächig abgeriegelt, und zwar nicht nur der eigentliche Ort des Aufmarsches, sondern auch alle An- und Abfahrtswege, die teilweise direkt vor unserer Haustüre verliefen. 

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Natürlich sollte und wollte sich Peking bei dieser Gelegenheit von der besten Seite zeigen: bei Sonnenschein, ungetrübt blauem Himmel und ohne Verkehrschaos. Um dies zu gewährleisten, wurden bereits 2 Wochen zuvor hunderte Fabriken in und um Peking vorübergehend geschlossen und der Autoverkehr um die Hälfte reduziert (nur mehr gerade bzw. ungerade Kennzeichen waren pro Tag auf den Straßen erlaubt). Und tatsächlich waren die Luftwerte so niedrig wie sonst wohl nur im Fußacher Ried und in die Firma gelangte ich gänzlich ohne Stau in weniger als 20 Minuten. Bekanntlich mag ich Peking zu jeder Jahreszeit und mit all ihren Fehlern sehr – aber an diesen Tagen wurden einem erst so richtig bewusst, wie toll Peking ohne Luftverschmutzung (die im Westen aber stark übertrieben wird) und Staus wirklich sein könnte!

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Am Vorabend der Parade war Peking dann nahezu ausgestorben und wirkte wie eine Geisterstadt. Zur Sicherung des Luftraumes wurden sämtliche Flüge von und nach Peking gestrichen und zusätzlich Affen, Falken und Hunde eingesetzt, um Vögel fernzuhalten. Alle Bewohner innerhalb des Areals der Parade wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und es war verboten, Gäste einzuladen, den Balkon zu verwenden oder auch nur die Fenster zu öffnen. Die Parade war also alles andere als öffentlich – stattdessen sahen wir uns so wie wohl fast alle Chinesen an diesem Tag die Parade im chinesischen Fernsehen (CCTV) an.

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Ich muss gestehen: durchaus beeindruckend! Nach ein paar Ansprachen fuhr Präsident Xi in der chinesischen Staatskarosse – traditionell einem Hong Qi (“Rote Fahne”), der ersten chinesischen Automarke und noch immer Stolz der chinesischen Autoindustrie, die inzwischen auf über 50 Marken angewachsen ist – die einzelnen Truppenteile ab. Dabei ruft der Präsident zunächst “Ich grüße euch Genossen”, woraufhin die Soldaten mit “Wir grüßen den Präsidenten!” antworten. Dann lobt der Präsident die Einheiten (“Gute Arbeit, Genossen!”), was mit “Wir dienen dem Volk” beantwortet wird.

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Am besten gefielen mir naturgemäß die weiblichen Einheiten: alle groß, schlank und in adretten Uniformen.

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Danach folgte der Einsatz mehrerer Flugstaffeln, was wir quasi in Stereo bewundern durften, da wir es einerseits im Fernsehen sahen, andererseits aber auch durch einen Blick aus dem Fenster “in echt” mitverfolgen konnten!

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Noch näher ran kam ich dann aber nach der eigentlichen Parade, da die Panzereinheiten am Rückweg in die Kasernen direkt an unserer Wohnanlage vorbeizogen. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen, denn wann bekommt man so was schon mal geboten! Ich fürchte, damit kann die Schau des österreichischen Bundesheeres am Nationalfeiertag dann halt doch nicht ganz mithalten…

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Weltmeisterschaft!

von Günter Schneider 28. Mai 2016 04:39

Vom 22. bis 30. August 2015 ging im Pekinger Nationalstadion (dem berühmten Bird Nest) ein sportliches Großereignis der Sonderklasse über die Bühne: die 15. Leichtathletik-WM, für die Peking 2010 – nur wenige Tage nach meiner Ankunft – den Zuschlag erhielt. London hatte zuvor seine Bewerbung zurückzogen, womit die chinesische Hauptstadt einziger Bewerber war.

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An den Weltmeisterschaften nahmen 1935 Athleten aus 207 Nationen teil. Die meisten Athleten stellten die USA mit 158 Teilnehmern, dann folgten Gastgeber China mit 83 Athleten, Russland (69), Deutschland (66) und Großbritannien (64). Das österreichische Kontingent lag hingegen mit nur 5 Sportlern kaum über der Wahrnehmungsgrenze – und dementsprechend war leider auch die Medaillenausbeute eine glatte Null.

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Nachdem ich für die Olympischen Spiele in Peking, zu deren Anlass das Bird Nest erbaut wurde, leider um über zwei Jahre zu spät nach China kam, wollte ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, sodass wir uns zwei – überraschend preiswerte – Tickets besorgten, um ein paar Bewerbe hautnah und live mitverfolgen zu können. 

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An diesem perfekten Sommertag standen unter anderem die ersten fünf Bewerbe des Zehnkampfes der Männer, die Qualifikation zum Hochsprung-Finale, Kugelstoßen und Speerwurf am Programm.

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Höhepunkt aus chinesischer Sicht war aber sicher das 20 km Gehen der Frauen, da sich China hier berechtigte Hoffnung auf die Goldmedaille machen durfte. So machten sich bereits morgens bei unserer Ankunft im Stadion die Fans zum Anfeuern der Läuferinnen entlang der Strecke bereit.

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Und tatsächlich hatten beim Zieleinlauf im Stadion gleich zwei Chinesinnen – Liu Hong und Lu Xiuzhi – mit knapp einer halben Minute Vorsprung die Nase klar voraus. Dementsprechend gut war die Stimmung der Zuschauer!

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Da wir nur knapp oberhalb jenes Bereichs saßen, wo die Sportler ihre ersten Interviews nach dem Bewerb gaben, konnte ich mir die beiden Siegerinnen ganz aus der Nähe ansehen: zwei hübsche und sympathische Mädel, ich vergönne es ihnen – noch dazu, da es die einzige chinesische Goldmedaille bei dieser WM war. Darüber hinaus gewann China noch 7x Silber und 1x Bronze.

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Was mich wirklich überraschte war wie nah man an die Sportler heran kam! Während jene Bewerbe, die am anderen Ende des Stadions stattfanden, besser über die Video-Leinwand verfolgt wurden, hatten wir freie Sicht auf alles, was in unserer Kurve vor sich ging – so zum Beispiel auch der 100-Meter Sprintbewerb im Zehnkampf der Männer. Der Kameramann des chinesischen Fernsehens war auch nicht viel näher dran. Wirklich ein tolles Erlebnis!

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Dem Stadion gegenüber befinden sich das olympische Schwimmbecken (der sogenannte “Wasser-Würfel”) sowie das spektakuläre Medienzentrum. Wenn ich es nicht eh schon gewusst hätte, wäre dies nur ein neuerlicher Beweis dafür gewesen, dass Beijing einfach eine Hammer-Stadt ist!

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